Traubenkirsch - verdünnsaft

im Mai 2019

 

Die Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus L.)  ist ein Strauch oder Baum, der als einer der ersten im Frühjahr blüht, ganz verschwenderisch mit zarten weißen Blütentrauben. Sein Duft ist honigsüß und un"überriechbar'", - ein Bienenparadies! Sehr gut gefällt es ihm am Waldrand, auch eine feuchte Umgebung liebt er.

Als Kinder füllten wir Vasen voll mit dieser zarten, duftenden Pracht! Wir nannten sie "Elsen".

Im Sommer, wenn man schneller ist als die Vögel, kann man die kleinen dunklen Kirschchen sammeln und in Alkohol und Zucker einlegen und nach einem Monat als Likör genießen. - Wenn man nicht schnell genug ist, bekommen die Vögel die unbehandelten Kirschchen : )

Um diesen Schatz zu konservieren, gibt es aber auch die Möglichkeit, einen Sirup zum Verdünnen zu machen:

 

1 Liter Wasser

1 kg Zucker bio weiß, 

eine Doppelhand Traubenkirschblüten

2 Bio Zitronen in Scheiben

eventuell 2 Teelöfferl Weinsäure (Apotheke) - macht den Geschmack lebendiger.

 

Wasser und Zucker aufkochen und etwas abkühlen lassen.

Traubenkirschblüten von den Stielen streifen, Zitronenscheiben und ev. Weinsäure dazugeben und mit dem abgekühlten Zuckerwasser übergießen, über Nacht zugedeckt stehen lassen.

Am nächsten Tag durch ein feines Tuch abseihen, aufkochen und in  blitzsaubere Flaschen füllen, diese liegend abkühlen lassen, beschriften.

 

Die Traubenkirsche hat einen intensiven, blumigen, etwas an Blausäure erinnernden Geschmack, - sie enthält das Blausäureglykosid Amygdalin, welches leicht giftig ist. Zwei Gläser zu trinken, ist unbedenklich, mehr kann Kopfschmerzen verursachen.

Köstlich mit Limetten- oder Zitronenscheiben und Eiswürfel serviert, auch Versuche als Mixgetränk mit diversem Alkohol lohnen sich!

Sirup kann auch Basis sein für Sorbet oder zum Aromatisieren von Torten-Creme  etc.

 

 



Ostereier in natürlichen Farben

Das Nesterl

 

Färbt man Eier schon mit Pflanzenfarben, dann mag man sie auch nicht in eine Kunststoff-Hasenwolle legen ... ein kleiner Waldspaziergang - mit Korb natürlich - und schon hat man alles beisammen: alte bemooste und "beflechtete" Zweige, Efeu und Immergrün und getrocknetes Seegras (mit welchem man früher Matratzen gestopft hat). Moos wäre auch schön gewesen, allerdings gabs das bei mir nur in braun, ist noch nicht grün. So hat mich mein Weg zu Nachbars Holzplatz geführt, wo ich die langen Sägespäne seiner Motorsäge gefunden habe, - auch schön, nicht wahr?

Ein Untersetzer vom Tomatentopf ergibt die Unterlage, darauf baut man ein Nesterl, will mal ein Zweig nicht so richtig am Platz bleiben, kann man ihn mit einem dünnen Draht an einem anderen Zweig befestigen. Die grünen Ranken dazwischen flechten, Sägespäne, Moos, Stroh oder Heu ausbreiten, - fertig!

 

Die Eier

 

Den Hühnern und dir zuliebe kaufe am besten Bioeier !

Hier kannst du die Eier sehen, große Bioeier, kleinere aus Eugendorf von Freundin Angelas Zwerghühnern und Wachteleier von Freundin Doris aus der steirischen Ramsau, am Fuße des Dachsteins, ein total internationales Nest : )

 

Nun zur Farbe

 

ganz links und unten : rostrot durch gelbe Zwiebelschale

links und mitte :  hellblau durch Heidelbeeren aus dem Lungau

mitte rechts : sattes rotbraun durch rote Zwiebelschalen

mitte links und ganz rechts : Kurkumapulver und wenig frische Kurkumawurzel

 

Die Eier, die ich mit Schwarztee (hellbraun) und Randen (ganz zartes grau) gefärbt habe, sind schon aufgegessen, hmmmm! Du kannst sie aber auf dem Bild auf der ersten Seite noch bewundern ...

gratis zum Sammeln: Spitzwegerich, Brennessel, Walnuß, Kamille, Eichenrinde ....

zu kaufen: Krappwurz (rot), Blauwurz, Matetee (kalt anwenden) ...

 

Zur Herstellung

 

Pflanzenteile + -  eine Stunde auskochen, je nach Festigkeit des Materials. Randen und Heidelbeeren ( 2 Eßlöffel auf 1/2 l Wasser) stampfen oder pürrieren, um mehr Farbe zu bekommen. Sud abseihen, einen Schuß Essig dazu und Eier 10 Minuten darin hart kochen oder gekochte Eier darin einlegen.

Hast du wenig Sud, dann verwende schmale Behälter. Die Kratzer auf dem dunklen Ei sind von einem Metall-Löffel, besser einen aus Holz oder Kunststoff verwenden.

 

Ist die Farbe zu deiner Zufriedenheit bzw. die Kochzeit um, dann schrecke die Eier in einer großen Schüssel mit kaltem Wasser ab und reibe sie nach dem Trocknen mit Butter, Schweinefett oder einer Speckschwarte (wie früher) ein, das läßt sie glänzen und erhöht ihre Haltbarkeit. So sind sie bereit zur Übergabe an den Osterhasen!

 

Da schaut das selbstgebaute Schaf  : )

 

 

 



Birkenwasser im Vorfrühling

... und so bekomme ich es :

 

 

In unserer Gegend im späten März oder April, wenn die Birken noch keine Blättchen haben, dann steigt der kostbare, leicht süßlich-trübe Pflanzensaft der Birke die Kapillare hoch, um den Baum zu versorgen. Und hier kann  man mitnaschen, natürlich mit der gebotenen Sorgfalt und Respekt dem Baum gegenüber. Zu empfehlen ist, daß man die Erlaubnis des Baumes und des Besitzers hat. 

 

 

  • Eine gesunde Birke, die abseits befahrener Straßen steht, mit mindestens 25 cm Durchmesser am Stammanfang, wird mit einem 5mm Holzbohrer etwa 3 cm tief in leicht ansteigendem Winkel angebohrt. Zieht man den Bohrer heraus, sieht man schon Saft herauslaufen.

 

  • Man steckt zum Ableiten des Saftes einen Coktail - Trinkhalm mit "Knick" in das Bohrloch und fängt ihn in einer sauberen 1,5 l Flasche auf. Glas wäre noch besser, meine Kunststoff-Flasche ziehrt wenigstens ein Emoto-Kristall.

 

  • Die Größe der Flasche hängt von der Menge des ausfließenden Saftes ab,  es kann sein, daß sie in 24 Stunden schon voll ist oder aber auch nur zu einem Drittel. Sicherer ist eine größere Flasche, die gut angebunden sein muß, da das Gewicht des Saftes schon mal die Flasche vom Baum kickt : ) Ein Expander oder Zurrgurt wäre auch eine gute Möglichkeit.

 

  • Spätestens nach 24 Stunden sollte man schauen, wieviel "Frühjahreswasser" man bekommen hat. Eine Woche lang ein kleines Gläschen auf nüchternen Magen getrunken, schmeckt erfrischend, reinigt das Blut und bringt viele Mineralstoffen in den Körper ein. Auch als Haarkur kann man diese Flüssigkeit verwenden.
  •  nicht vergessen!! Verschließe nach der Erntesorgfältig  das Bohrloch mit Baumharz oder weichgeknetetem Bienenwachs
  • Im Kühlschrank gelagert hält es ca.eine Woche, dann kann man auf Bärlauch oder Löwenzahn umsteigen : )

 

  • Als Zeichen der Dankbarkeit dem Baumwesen gegenüber kann man ein Heilzeichen mit Zweigen legen oder etwas Süßes hinterlassen.

 

  • Diesen Baum soll man erst wieder in 3-4 Jahren anzapfen, um ihn nicht übermäßig zu strapazieren.

 

 

In nordischen Ländern mit ihren birkenreichen Wäldern gibt es auch einen alkoholischen Gärprozess mit Birkenwasser, bei dem am Ende ein Cider-ähnliches, leicht alkoholisches Getränk herauskommt. Sollte man sich mal schlau machen ...  wenn du darüber Bescheid weißt, bin ich für Tipps empfänglich : )

 

 



... wer ist hier der Giersch ????

Alles ist grün und frisch, aber kann man es auch essen???

 

Um Giersch, der ja außerordendlich vielseitig verwendbar ist und ganz würzig schmeckt, genau zu erkennen, muß man einiges Wenige sicher wissen!

Denn links sehen wir nicht nur Giersch ...

 

Das hellgrüne, noch gefaltene Blatt (auf 11 Uhr) ist Giersch, oder doch nicht ??

Die hellgrünen, gefiederten Blätter im Zentrum sind kein Giersch, sie riechen anders, - auch würzig, aber haben einen anderen Geruch... der Stiel ist  im Querschnitt rund ...

 

Die schon offenen "gezähnten" Blätter (auf 9 Uhr und 14 Uhr) in leichtem Graugrün haben 3 x 3 Blätter an einem Stiel, das ist Giersch, sofern der Stiel dreieckig ist ...

 

 

 

und ja, er ist klar dreieckig und duftet nach einer Mischung aus Karottengrün und Petersilie  ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja das ist Giersch, hier nochmal sehr gut sichtbar!

 

Aber Achtung: der lange Stiel, an dem im Sommer dann die Blüten sitzen, der ist wiederum rund!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und schaut man hier genau, dann ist der Stiel-Querschnitt rund, die Blätter sind nicht 3 x 3 teilig, der Geruch ist nicht nach Karottengrün, kann also kein Giersch sein ...

 

Das ist vermutlich der Rauhaar Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum), die Doldenblütler sind eine komplizierte Familie...  er ist nicht essbar.

 

und wieder: was ich nicht kenne, das nehme ich nicht !!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

Sieht aus wie Giersch, ist es aber nicht !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 hier wieder Giersch - im Zentrum, die Blätter sind fast immer doppelt dreizählig gefiedert, Ränder gesägt.

 

Verwirrt?

Also ..  Bist du dir nicht  g a n z  sicher, dann nimm die Pflanze nicht mit! Vielleicht kann ich dir im Rahmen einer Wildkräuter-Wanderung weiterhelfen.

Hat man sich einmal intensiv mit einer Pflanze beschäftigt, sie in der Hand gehalten, genau angeschaut, alle kleinen Härchen inspiziert, daran gerochen, sie probiert (wenn nicht giftig, eh klar .. ) fotografiert, die ganze Palette der Sensorik verwendet, - dann erkennt man sie das nächste Mal vielleicht schon auf Anhieb.